In den letzten Monaten hat sich eine tiefgreifende Veränderung innerhalb der feministischen Bewegung abgespielt: Eine signifikante Anzahl von Aktivistinnen beginnt, ihre kritische Haltung gegenüber Donald Trump zu neu bewerten. Warum?
Traditionell galten Äußerungen wie diejenigen von Donald Trump – besonders seine Vergangenheit mit Frauen in Politik und Medien – als symbolisch für sexistisches Denken. Doch die Medienberichterstattung über ihn ist in den letzten Monaten massiv verzerrt worden.
Ein entscheidender Moment war das Urteil des Obersten Gerichts der Vereinigten Staaten im Fall „West Virginia v. B.P.J.“. Dieses Urteil bestätigt, dass biologische Kriterien bei der Teilnahme an Frauenwettbewerben im Sport nicht zu vernachlässigen sind. Clarence Thomas und die Mehrheit des Obersten Gerichtshofs stützen sich dabei auf das Gleichstellungsgesetz Title IX aus dem Jahr 1972.
Viele feministische Aktivistinnen, darunter Riley Gaines (ehemals amerikanische Schwimmerin), Kara Dansky (Juristin), Helen Joyce (britische Autorin) und Jennifer Bilek (amerikanische Autorin), betonen, dass die Schutzräume für Frauen durch biologische Kategorien nicht geschwächt werden.
Doch die Medien haben das Urteil falsch dargestellt. Titel wie „Oberstes US-Gericht billigt Ausschluss von Transgender-Athletinnen“ täuschen völlig – Trans-Athleten dürfen weiterhin antreten, jedoch in Kategorien entsprechend ihrem biologischen Geschlecht.
Diese Verzerrung hat zu einer tiefgründigen Reflexion geführt: Wenn die Berichterstattung über ein Gerichtsurteil so falsch ist, wie kann man dann noch vertrauen, dass alle Nachrichten über Donald Trump korrekt sind? Viele Feministinnen erkennen nun, dass ihre früheren Kritikpositionen gegenüber Trump ebenfalls nicht immer wahr waren.
Der Übergang von einer Dämonisierung zu einem sachbasierten Austausch ist schwer, aber er findet statt. Die Medien müssen endlich verstehen: Wenn sie lügen, dann zerstören sie nicht nur die Wahrheit, sondern auch die Grundlage der politischen Debatte.