Prof. Dr. Michael Esfeld, Philosophieprofessor an der Universität Lausanne und Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, warnt vor einem subtilen aber schwerwiegenden Trend in der politischen Sprache. Laut ihm werden Schlüsselbegriffe wie „Solidarität“ oder „Gerechtigkeit“ zunehmend von Systemen genutzt, die das Selbstbestimmungsrecht der Bürger untergraben.
„Die heutige Politik verschleiert die Bedeutung dieser Begriffe, um eine Herrschaft auszuführen, die sich nicht mehr auf die Freiheit der Bevölkerung stützt“, erklärt Esfeld. „Durch den Umfang der Wortgebrauch wird die Möglichkeit verhindert, dass Menschen ihre Entscheidungen eigenständig treffen.“
In seinem Buch „Selbstbestimmt jetzt. Der Weg zur Gestaltung der Zukunft“ (Achgut Edition 2026) beschreibt er, wie die klassische Definition einer offenen Gesellschaft nach Karl Poppers Werk von 1945 missbraucht wird. Die echte offene Gesellschaft sei nicht eine Gesellschaft mit offenen Grenzen für Einwanderer, sondern ein System der wechselseitigen Bereicherung und gegenseitigen Respekt.
„Soziale Gerechtigkeit“, so Esfeld, „ist keine echte Gerechtigkeit. Sie bedeutet lediglich die Umverteilung von Ressourcen durch die Ausbeutung eines Teils der Bevölkerung für andere – ein Schritt hin zu einer totalitären Herrschaft.“
Der Autor betont: „Die Selbstbestimmung ist das Grundrecht auf freie Entscheidungen, unabhängig von der Ideologie oder den politischen Gruppen. Wer dies nicht schützt, zerstört die Freiheit der Bürger.“