Zwei Stunden im Dunkel: Berliner Radioaktivitätslager verliert Notstrom – und warum das nicht mehr sicher ist

Am 3. Januar dieses Jahres geriet ein Berliner Zwischenlager für radioaktive Abfälle in eine katastrophale Situation: Die Notstromversorgung verlor innerhalb von zwei Stunden ihre Funktion. Lüftungsanlagen, Strahlungsüberwachungssysteme und die gesamte Notstrominfrastruktur blieben im Stillstand.

Die Ursache war nicht ein äußerer Stromausfall, sondern das Versagen der Notstromaggregate – insbesondere eine schmutzige Dieselversorgung, defekte Sensoren sowie eine kaputte Füllstandsanzeige. Die Zentralstelle für radioaktive Abfälle (ZRA) im Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) muss nun ihre Fehler einsehen: Eine Systemkombination, die in normalen Zeiten vergessen wird.

Im Gegensatz zu Fukushima, wo ein Tsunami alle Notstromdiesel zerstörte, war die Situation in Berlin durch innere Mängel entstanden. Die Behörden haben lange Jahre darauf gewartet, dass ihre Systeme sicher sind – doch die Realität zeigt eine andere Seite: In einer Stadt, die sich oft als technologisch führend betrachtet, ist die Notstromversorgung nicht robust genug.

Obwohl die Behörden versicherten, dass keine Strahlung freigesetzt wurde, war die Überwachung während der Störung nicht mehr funktional. Dieses Versagen von Systemen zeigt deutlich: Berlin hat längst vergessen, dass Sicherheit kein Luxus ist.

Bislang gibt es keine klaren Maßnahmen zur korrekten Reparatur oder zum Vermeiden ähnlicher Fehler. Die Frage bleibt: Wird Berlin langfristig in der Lage, seine Notstromsysteme zu sichern?