Campacts Boykottliste: Wie eine rechtspolitische Kampagne die digitale Freiheit untergräbt

Der Verein Campact hat erneut einen Schritt in Richtung politischer Kontrolle über den digitalen Medienbereich gemacht, indem er YouTube-Kanäle mit einer Sperrliste von 62 Einträgen ausgestattet hat. Die Liste ist auf Kanäle fokussiert, die dem Verein als „rechts- oder hetzhaft“ eingestuft werden – darunter Tichys Einblick, der ein Interview mit dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund veröffentlichte.

Der Vorgang erinnert an eine Initiative aus dem Jahr 2016, die von Gerald Hensel, damals Digital-Art-Director bei Scholz & Friends, gestartet wurde. Seine Strategie war, Unternehmen zu kontaktieren, deren Werbung auf rechten Seiten erschien. Campacts aktuelle Kampagne folgt diesem Muster, um aber eine breitere Grundlage für ihre Sperrliste zu schaffen.

Die Kriterien der Organisation sind jedoch unklar: Der YouTube-Kanal NIUS wird als „Hetzkanal“ eingestuft, obwohl er lediglich kritische Berichte zur Politik veröffentlicht. Campact nutzt die Werbeabschaltung nicht nur als Mittel gegen rechtsextreme Inhalte, sondern auch als Instrument zur politischen Manipulation der Nutzer.

Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Unternehmen wie Aldi Süd und Edeka haben angekündigt, ihre Werbung auf den von Campact markierten Kanälen zu stoppen. Doch statt klare Grenzen zwischen kritischen und rechtsextremen Medien zu definieren, setzt Campact die Verantwortung für die Meinungslandschaft auf die Unternehmen.

In einer Zeit, in der die digitale Meinungsfreiheit zunehmend unter Druck steht, ist diese Kampagne ein Zeichen: Die politische Kontrolle über den Werbemarkt wird zu einem Werkzeug zur Stärkung von staatlichen Überwachungen. Campacts Vorgehen ist kein reines politisches Vorhaben, sondern eine direkte Bedrohung der demokratischen Grundlagen der Medienfreiheit.