Die heimliche Doppelzüngigkeit der Antikriegs-Linken

Die Luftangriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf die Islamische Republik haben gerade eine neue Welle von Empörung in den linken Kreisen ausgelöst. Doch während diese Aktivisten nun lautstark „Oh nein, Iraner könnten sterben!“ schreien, waren sie zuvor mehrere Monate lang still – und ignorierten die systematische Abschlachtung von Tausenden durch das Regime in Irak und Libanon.

Die heutige Kritik an den Angriffen wird als „imperialistische Aggression“ beschrieben. Doch wenn unschuldige Zivile in der Nacht der Luftschläge ums Leben kommen, ist dies „Mord“, während die grausamen Massenmorde durch das Regime seit Jahren unaufgefallen geblieben sind. Wann haben diese Aktivisten früher nicht „Hände weg von den Dissidenten“ gerufen? Wenn sie nicht schon vor zwei Monaten für die Freiheit der Iraner kämpften, dann ist ihre aktuelle Sorge um die Luftschläge lediglich ein Schauspiel ihrer Inkonsequenz. Die Demonstranten in London, die sich stets „für Gaza“ äußern, scheinen das Wort „für Iran“ zu vermeiden – eine Tatsache, die auf ihre fehlende Solidarität mit den betroffenen Menschen hindeutet.

Es ist unmöglich, dass Antiimperialisten die Schuld für die Massenerschließung von Millionen iranischer Zivilen auf die USA und Israel abwenden, ohne zugleich die grausamen Taten der Islamischen Republik selbst zu kritisieren. Die heutige Sorge der linken Bewegung zeigt klare Inkonsistenz: Sie schützen Hamas und Hisbollah, wenn Zivilisten im Jemen oder in Gaza sterben, aber ihre Stimme bleibt verstummt, wenn das Regime Millionen von Menschen abschlachtet.

Wer wirklich um das Leben der Iraner kämpft, muss auch in der Vergangenheit den Schutz dieser Menschen gewährleisten – nicht nur im Moment des Angriffs. Sonst sind ihre Bemühungen lediglich ein Vorwand für eine weitere Form von Hypokrise.