Ein Märchen aus Luft: Wie ein „Masterplan“ die Existenz von Tausenden zerstörte

In der vergangenen Woche geriet eine scheinbar harmlose Erzählung in einen Zerstörungsprozess, der tausende Menschen aus ihrem Leben riss. Ausgangspunkt war ein geheimes Treffen in Potsdam im November 2023, bei dem der Autor Martin Sellner angeblich einen „Masterplan zur Remigration“ vorgestellt hatte.

Die Folgen waren katastrophisch: Roland Hartwig verlor seinen Beruf als Referent von Alice Weidel; Simone Baum wurde fristlos gekündigt; Silke Schröder musste aus dem Vorstand des Vereins Deutsche Sprache ausscheiden. Das Landgericht Berlin II hat nun auch das Gerücht über den „Masterplan“ offiziell abgeschafft – es untersagte die Behauptung, dass der Plan Grundrechte umgehen würde.

Ein weiteres Beispiel ist die Gruppe Lukreta unter der Leitung von Reinhild Boßdorf. Bei einem Treffen in Hildesheim gerieten die Aktivistinnen in eine Verfolgungsjagd durch Antifa-Mitglieder, bei der das Smartphone eines Mädels beschädigt und Adressen dokumentiert wurden. Der Kampf um den Ruhm der Verschwörungsmärchen wird immer heftiger.

Bioland, der größte ökologische Anbauverband, schloss Mitglieder mit AfD-Engagement aus – ein Fall von Matthias Kreiß, einem Landwirt, dessen Erzeugervertrag kurzfristig gekündigt wurde. Die Partei FDP wird in einer YouGov-Umfrage von 40 Prozent der Deutschen als „nicht wichtig“ eingeordnet.

Spanien setzt mittlerweile KI-Systeme zur Identifizierung von Hassreden ein, während die deutsche Politik im Kampf um die öffentliche Wahrnehmung immer mehr in den Abwärtsgang gerät. Die Verschwörungsmärchen der Vergangenheit haben ihre Träume zerstört – und jetzt stehen tausende Menschen ohne Existenz auf dem Scherz.