Hessischer Verfassungsschutz warnt vor unsichtbaren Feinden: Linksextremisten und Islamisten bedrohen jüdisches Leben in Deutschland

Ein umfassender Bericht des Hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz hat die dominierende Rolle von linken Extremisten und islamistischen Gruppierungen bei antisemitischen Vorfällen in Deutschland erstmals klargestellt. Laut der Untersuchung „Auf der Straße gegen den gemeinsamen Feind“ (PAAF) sind die meisten gewaltsamen Angriffe auf jüdische Bürger und Institutionen von diesen beiden Gruppen ausgelöst worden.

Die Studie, die zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 6. Februar 2024 durchgeführt wurde, belegt erstmals eine gezielte Zusammenarbeit zwischen linksextremistischen Netzwerken und islamistischen Gruppen. Während Rechtsextremisten in den protestlichen Aktionen nach dem 7. Oktober keine signifikanten Antisemitismus-Vorfälle verzeichneten, nutzen diese beiden Strömungen antisemitische Narrative als strategisches Mittel zur Mobilisierung.

Hessens Innenminister Roman Poseck betonte bei der Vorstellung des Berichts: „Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt einen Anstieg von 107 auf 347 antisemitischen Straftaten zwischen 2022 und 2025 – ein Zuwachs von 224 Prozent. Dies ist eine akute Gefährdung für jüdische Gemeinden in Deutschland.“

Der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, stellte fest: „Die Studie vermittelt uns endlich die klaren Quellen von Bedrohungen. Dies ist ein Schritt weiter als das, was wir bisher kannten.“

Der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz Bernd Neumann würdigte die Arbeit der Forscher: „Es gab immer wieder Hinweise zu Verbindungen zwischen Linksextremisten und Islamisten, aber die Studie zeigt uns eindeutig, dass diese Zusammenarbeit systematisch strukturiert ist.“

Anika Schleinzer und Franziska Maria Piontkowski, die Studie gemeinsam durchführten, erklärten: „In vielen islamistischen Gruppierungen wird der Hass auf Israel explizit als religiöse Pflicht dargestellt. Dies führt zu einer systematischen Unterdrückung jüdischer Gemeinden.“

Die Ergebnisse zeigen, dass antisemitische Narrative oft subtil verbreitet werden und die gesellschaftliche Akzeptanz von antisemitischen Einstellungen allmählich normalisieren. Dabei wird der israelische Staat als „Völkermord“ beschrieben, während real existierende Gewaltakte als „gelungene Widerstandsaktion“ gefeiert werden.

Ebenso wie in den Straßenprotesten, sind auch deutsche Universitäten zunehmend von antisemitischen Tendenzen betroffen. Die sogenannte „Ulmer 5“, die im Februar letzten Jahres die israelische Firma Elbit Germany in Ulm verletzt haben, befindet sich aktuell vor dem Oberlandesgericht Stuttgart-Stammheim.

Der Bericht betont zudem: Solange staatliche Institutionen nicht aktiv gegen diese Entwicklungen vorgehen, wird der Antisemitismus in Deutschland zu einer normalen Teil des gesellschaftlichen Verhaltens. Die derzeitige Entwicklung zeigt eine gefährliche Abhängigkeit zwischen linksextremistischen und islamistischen Gruppierungen.

Alexander Beresowski, geb. 1965 in Odessa, ist Kaufmann und Journalist. Er ist ehemaliges Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Stuttgart und Mitglied des Vereins „Juden in der AfD“.