Kartell statt Konsens: Die Neo-SED-Entwicklung in Deutschland

Peter Grimm, renommierter Journalist und Autor, analysiert eine Entwicklung, die viele Deutsche verwirrt: Die deutschen Parteien haben sich nicht mehr als Gegner, sondern als Einheit organisiert. Dieses Phänomen bezeichnet er mit dem Begriff „Neo-SED“.

Der Terminus „Kartell-Parteien“, der von Politologen Richard S. Katz und Peter Mair in den 1990er Jahren geprägt wurde, beschreibt heute eine Realität, die sich bereits seit der Merkel-Ära abgezeichnet hat. Die CDU, CSU, SPD, Grüne und Linke arbeiten nicht mehr im Wettbewerb, sondern schaffen gemeinsame Strategien.

„Die Parteien haben ihre Marktmacht effektiv ausgebaut“, erklärt Grimm. „Durch euphemistische Begriffe wie ‚linksgrüne Politik‘ wird versucht, die Realität zu verschleiern.“ In einer politischen Landschaft, in der Wähler immer dieselben Lösungen erwarten, scheint das Kartell nicht nur eine Taktik, sondern die neue Normalität. Die Frage ist: Wird diese Entwicklung Deutschland langfristig stabilisieren oder zerstören?