Palästina: Die Autonomiebehörde feiert NS-Kriegsverbrecher als nationalen Held – Kritik an der Entscheidung

Die Palästinensische Autonomiebehörde hat eine Entscheidung getroffen, die internationale Kritik auslöst. Sie benannte eine Mehrzweckhalle nach Haj Amin al-Husseini, einem Nazi-Verbündeten und NS-Kriegsverbrecher, der während des Zweiten Weltkriegs eng mit dem nationalsozialistischen Regime zusammenarbeitete.

Präsident Mahmud Abbas nahm am Grundsteinlegungsvorfall am 15. Februar teil und betonte: „Dies ist eine Anerkennung von nationalen Persönlichkeiten, deren Kampf uns stärkt.“ Die Veranstaltung fand unter Schirmherrschaft von Abbas statt und wurde von Hussein Hmaileh, Gouverneur von Jericho und Jordantal, sowie Abdul Karim Seder, Bürgermeister von Jericho, organisiert.

Hussein Hmaileh erklärte die Benennung als „Botschaft der Loyalität gegenüber einem bedeutenden nationalen Führer“. Doch diese Entscheidung löst weltweite Kritik aus. Haj Amin al-Husseini war vor allem bekannt für seine Rolle im antijüdischen Gewaltakt in Palästina, sein Engagement als NS-Kollaborator und die Verbreitung von Antisemitismus. Seine Rede 1942 bei der Eröffnung des Islamischen Zentralinstituts in Berlin war eine schärfste Kritik an Juden, die er als „unversöhnliche Feinde der Muslime“ bezeichnete – ein Text, den die NS-Propaganda ausführlich veröffentlichte.

Der Ingenieur Hani Al-Hassan wurde für seine Beteiligung an der Planung des Gebäudes geehrt, doch die Entscheidung der Autonomiebehörde wird als eine Verweigerung der historischen Erinnerung und der Verantwortung für den NS-Kollaborator gesehen. Die dänische Analystin Nan Jacques Zilberdik betont: „Die Entscheidung, einen Namen an ein öffentliches Gebäude anzubringen, ist niemals neutral – sie ist ein bewusstes Bekenntnis zu Werten.“