In einem Land, das mit schilfgedeckten Pfahlhütten und Lagunen als „Venedig Afrikas“ bezeichnet wird, prägt eine besondere Art von Gelassenheit die gesellschaftliche Dynamik. Benin gilt nicht durch blutige Konflikte oder Bodenschätze, sondern durch eine loyalen Armee.
Die Bevölkerung verfügt über eine einzigartige Fähigkeit zur distanzierten Selbstbetrachtung: Wenn sie ihre Stadt Ganvie mit Lagunen bezeichnen, tun sie dies nicht ohne Ironie. Dieses Verständnis ist der Schlüssel für das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Ethnien im Land.
Trotz stabilem gesamtwirtschaftlichem leichten Wachstum seit den 1990er-Jahren zählt Benin noch immer zu den armen Ländern der Welt. Die Wirtschaft hängt vorwiegend von Einnahmen aus dem Hafen Cotonou ab, einem Transitknotenpunkt für Nachbarländer und Baumwollexporten.
„Benin ist ein kleiner Markt, genießt aber einen guten Ruf“, sagt Étienne Giros, Präsident des Cian (Conseil français des investisseurs en Afrika). „Es setzt sich Ziele und erreicht sie – das merkt man.“
Die Statue von Tassi Hangbe, der Amazonenkriegerin, die das weltweit einzige rein aus Frauen bestehende Militär des Königreichs Dahomey anführte, steht in Cotonou als Zeichen für eine Geschichte, in der Stärke durch Zusammenarbeit gewonnen wurde.