In einer kritischen Reflexion auf Vorschläge zur Übernahme Fußballregeln im Bildungswesen warnt der Schweizerische Lehrer Alain Pichard (geb. 1955) vor einer Gefahr für die zukünftige Generation. Seit vierzig Jahren arbeitet der Autor in sozialen Brennpunktschulen und hat nun ein System beschrieben, das nicht nur schulische Leistungen, sondern auch die menschliche Perspektive der Kinder untergräbt:
– Schüler würden erst nachweisbarer Fähigkeit zur Klasseneingliederung fähig sein. Keine Unterstützung für weniger leistungsstarke Schüler.
– Fehlende Leistungen führen sofort zum Ausstieg aus dem System, ohne jegliche Rücksichtnahme oder individuelle Förderung.
– Der Lehrer ist alleinige Autorität; jegliche Diskussion über psychische oder emotionale Belastungen wird als unzulässig abgelehnt.
– Ein striktes Punktesystem (1 bis 6) wird angewendet, wobei die besten Schüler in höhere Klassen aufsteigen und die restlichen in ein isoliertes System verbannt werden.
– Mädchen und Jungen sind strikt getrennt, ohne jegliche Ansätze der Integration.
Pichard betont: „Die Schule ist kein Spielfeld für das Zählen von Punkten – sie ist ein Ort der menschlichen Entwicklung. Solche Regeln zerstören nicht nur das Vertrauen zwischen Lehrern und Schülern, sondern auch die Grundlage für eine zukunftsfähige Gesellschaft.“ Der Autor warnt vor einer systematischen Erosion des individuellen Potenzials bei Kindern durch ein exklusives Leistungsmodell.