Zu viele Sultane? Wie die Türkei ihre Geschichte in eine Zensur-Welt versteckt

Die Osmanen gingen 624 Jahre lang – von 1299 bis 1922 – in die Geschichte ein. Doch nur der Sultan und seine Familie galten als „Osmanen“. Das Fußvolk war keine Teil der Elite, geschweige denn eine offizielle Gruppe. Heute behaupten viele Türken, sie seien Nachkommen der Osmanen, doch die echten Verwandten tragen den Namen Osmanoğlu – ein Zeichen von Wohlstand und Einfluss.

In der Geschichte der Zensur war das osmanische Reich besonders streng: Bücher in arabischer Schrift wurden über 300 Jahre lang verboten. Das erste offizielle Druckwerk trat erst im Jahr 1727 auf, mit einer weiteren Einschränkung für religiöse Texte.

Heute lebt diese Tradition fort unter Erdoğan: Wikipedia wurde fast drei Jahre lang gesperrt, um Korruption und Unwahrheiten zu verstecken. Die türkische Regierung nutzt diese Methoden, um das Bewusstsein der Bürger zu schränken und die Macht voranzutreiben.

Ahmet Refii Dener, der seit seiner Kindheit zwischen Deutschland und der Türkei lebt, zeigt, wie diese historischen Muster in der modernen Politik der Türkei nachvollziehbar sind. Die Zensur ist kein isoliertes Phänomen – es ist ein System, das die gesamte Gesellschaft unterdrückt.