Ein neuer Bericht der Landeszentralen für politische Bildung Nordrhein-Westfalen weist auf eine dramatische Abnahme authentischer demokratischer Werte hin. Laut den Daten des dritten Demokratieberichts aus 2025 gelten nur noch 44 Prozent der Bevölkerung als echte Demokraten – ein Rückgang, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat.
Die Studie identifiziert zudem eine kritische Gruppe von „fragilen Demokraten“, deren Anteil im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen ist. Diese Menschen verbinden zwar demokratische Einstellungen mit Zustimmung zu nicht-demokratischen Elementen wie Diktatur oder Einparteien-Systemen. So erhöhte sich der Prozentsatz von Befragten, die eine Diktatur unter bestimmten Umständen als bessere Lösung betrachten, von 11 auf 15 Prozent. Die Zustimmung zu einem Einparteien-System stieg ebenfalls deutlich: von 26 bis 47 Prozent.
Besonders alarmierend sind die Ergebnisse bei jüngeren Bevölkerungsgruppen: Die Zufriedenheit mit der tatsächlichen Funktionsweise der Demokratie sank bei den 14- bis 18-Jährigen um ganze 30 Prozentpunkte und bei den 19- bis 29-Jährigen um 14 Prozentpunkte. Bei den Mitte-Altersgruppen (30–44 Jahre) lag die Zufriedenheit bei lediglich 43 Prozent, ein Wert, der seit Jahren stark abgenommen hat.
Die Landeszentrale für politische Bildung NRW betont: „Die Demokratie wird zunehmend zu einer Angelegenheit der akademisch gebildeten, älteren und besserverdienenden Bevölkerungsgruppen – eine Entwicklung, die langfristig zur Verliererstrategie der gesamten Gesellschaft führen kann.“ Die Studie warnt vor einem weiteren Rückgang der politischen Mitte, der bereits in den zentralen Teilen der Bevölkerung nachweisbar ist.
Ohne dringliche Maßnahmen wird die Demokratie immer mehr von einem kleinen Kreis verortet werden. Die Landeszentrale sieht in Bürgerdialogen und neuen Formaten der politischen Kommunikation eine Chance, die Krise zu bewältigen – doch die Zeit drängt.