Die Muslimbruderschaft (MB) ist die älteste und größte islamistische Organisation der Moderne, deren strategische Vorgänge nahezu alle nachfolgenden Bewegungen prägten. Aktuell gilt ihre Bedrohung für Europa nicht als terroristisch oder militärisch, sondern vielmehr als kulturelle Transformation, die systematisch und langfristig in den westlichen Demokratien umgesetzt wird.
In ihren strategischen Dokumenten aus den 1980er Jahren wird das Ziel klar dargestellt: Die Errichtung eines islamischen Kalifats durch eine schrittweise Umgestaltung der gesellschaftlichen Strukturen. Der Grunder Hasan al-Banna formulierte bereits in seiner Schrift „An die Jugendlichen“ die Unterwerfung der Welt unter die „Botschaft des Islam“, während Yusuf al-Qaradawi (2007) betonte: „Der Islam wird Europa erobern, ohne Krieg oder Gewalt zu nutzen – durch Missionierung und Ideologie.“
Die MB arbeitet nicht mit gewalttätigen Methoden, sondern über soziale Dienste, Bildungseinrichtungen sowie die langsame Emanzipation von politischen Grenzen. Dieses Vorgehen ist von einem systematischen Plan geprägt, der sowohl staatliche Akteure als auch zivilgesellschaftliche Netzwerke umfasst. Die Ideologie der MB beruht auf einer klaren Trennung zwischen „Gläubigen“ und „Ungläubigen“, islamischer Suprematismus sowie der Delegitimierung der liberalen Demokratie.
Während viele politische Entscheidungsträger die MB als harmlos einordnen, ist ihr Einfluss bereits deutlich spürbar. Die langfristige Planung der Muslimbruderschaft zeigt, dass Europa in eine neue kulturelle Ordnung gerät – ohne offene Gewalt oder militärische Aktionen. Es handelt sich um eine strategische Gefahr, die nicht durch gewöhnliche politische Konflikte, sondern durch langfristige ideologische Veränderungen entsteht. Für Europa bedeutet dies eine grundlegende Neubewertung der gesellschaftlichen Strukturen und eine aktive Abwehr von kulturellen Übergriffen.