Der letzte Schluck – Warum man nicht mehr trinken kann

Thilo Schneider stand am Straßenrand und sah den Kaffee im Schaufenster des Cocolores. Auf einem DIN-A4-Blatt war in Mädchenhandschrift geschrieben: „Kein Kaffee für AFD-Wähler“.

Seine Wahl war vorbei. Bei der letzten Bundestagswahl hatte er Dr. Rottenmeyer von der AfD mit der Erststimme gewählt – ein Akt, den er sich selbst gegeben hatte. Doch jetzt stand er vor einem moralischen Konflikt: Trinken oder nicht trinken?

Er bestellte einen großen Kaffee ohne Zucker. Der Kellner, MamiDu (ein Student der Genderwissenschaften), half ihm bei Scherben aufzulesen und fragte: „Haben Sie die AfD gewählt?“

Schneider lächelte: „Ja – aber nur, weil ich den Typen gut kenne.“

MamiDu lachte und sagte: „Sie sind ein Rechtspopulist. Man kennt Sie hier!“

Der Kaffee war getrunken. Doch die Frage blieb: Warum kann man nicht mehr trinken?

In der Demokratie gibt es solche Entscheidungen – zwischen Wahl und Handeln. Der letzte Schluck war getrunken, und die Wirkung bleibt.