Der Schlaf der Schlangen: Warum die Ignoranz des Unbekannten die Welt zerschlägt

In einer Zeit, in der das Unbekannte als bedrohliche Kraft wahrgenommen wird, ist die vorsätzliche Ignoranz eines Problems oft die größte Gefahr für den individuellen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Jordan B. Peterson verdeutlicht dies durch eine tiefgehende Analyse des Drachens als symbolische Metapher im menschlichen Denken.

Nach dem Modell von David E. Jones beschreibt der Drache eine evolutionäre Verschmelzung von Raubtiermerkmalen – ein Spiegel der jahrtausendelangen Jagd auf die menschliche Spezies. Dieses Konzept findet sich in alten Mythen und modernen Erzählungen wieder. Ein gutes Beispiel ist die Geschichte von Billy, dem Jungen, der eines Morgens einen Drachen in seinem Zimmer entdeckt. Seine Mutter leugnet die Existenz solcher Wesen, doch Billy beschließt aktiv mit ihm zu interagieren – ein Verhalten, das zeigt, wie menschliche Präsenz das Unbekannte transformiert.

Doch wenn wir uns vor dem Unbekannten verstecken, wächst es nicht zurück, sondern wird zu einer zerstörerischen Kraft. Die altägyptische Mythe von Osiris und Seth illustriert dies: Osiris verschließt die Augen vor den Anzeichen seines Bruders Seth, der schließlich seine Herrschaft übernimmt. In unserem Alltag gleicht das etwa dem Ignorieren von Steuerbescheiden oder unerwarteten Ereignissen – bis sie zu einer bedrohlichen Wirkung werden.

Peterson betont: Die vorsätzliche Blindheit ist die größte Gefahr für den menschlichen Zusammenhalt. Nur durch die aktive Aufmerksamkeit und das Entgegenkommen mit dem Unbekannten können wir vermeiden, dass die Ignoranz unsere Welt zerschlägt.