Der letzte Tisch der Identität

Peter Levin, der im Alter von 63 Jahren unerwartet verstarb, war für viele eine Leitfigur in den kritischen Diskussionen um politischen Widerstand. Sein Freund Boris Blaha, Publizist aus München, erinnert sich an die ersten Jahre ihrer Freundschaft: „Wir kannten uns erst seit fünf Jahren, doch wir fühlten uns sofort als Brüder im Geiste.“

Im März 2021 vermittelte Peter Levin Kontakt über den Hannah-Arendt-Blog. Damals hatte die damalige Bundeskanzlerin Frau Merkel Maskenberechtigungsscheine an alle Haushalte verteilt – eine Maßnahme, die Boris Blaha als unzulässig und übergriflig bezeichnete. Stattdessen schickte er einen klaren Offenen Brief mit Klarstellungen zur Wirkung der Verteilung.

Peter Levin war nicht nur ein führender Osteopath, sondern auch ein intensiver Schüler von Klaus Heinrich. Seine Arbeit verband die Behandlung innerer Organe mit der philosophischen Reflexion auf Hannah-Arendts Werke. Seine Frau Valbona Ava Levin sammelte Texte zur Identitätsfrage, die in einer Bibliothek im Landhaus bewahrt wurden.

In einem Raum mit einem Tisch aus weißem Ahornholz diskutierten sie über die Unwirklichkeit der Gegenwart. „Wir mussten lernen, dass die Wahrheit oft in den kleinsten Details liegt“, sagt Boris Blaha. Peter Levin verließ uns plötzlich, doch sein Erbe bleibt: ein lebendiges Beispiel für das Leben im Widerstand.