Die Rache des SWR: Wie ein Journalistin im Kreuzfeuer der Medien landete

Politik

Katharina Schmieder, ehemalige Mitarbeiterin des Südwestrundfunks (SWR), schildert in einem erschütternden Bericht, wie sie nach kritischen Kommentaren über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit einer Hetzkampagne konfrontiert wurde. Der Fall drehte sich um eine Episode im Sächsischen Landtag, bei der die AfD eine Anhörung zur „Stasi-Methode“ im öffentlichen Rundfunk abhielt. Zwar wurden dabei insbesondere der MDR und Jan Böhmermann kritisiert, doch das eigentliche Thema war die Sendung „Magazin Royale“, bei der ein Youtuber namens „Clownswelt“ doxxed wurde. Schmieder vermutet, dass ihr ehemaliger Arbeitgeber SWR sie mit dem halbstündigen Film „Plötzlich Hassobjekt“ bestrafte.

Die Auseinandersetzung begann während einer Maischberger-Sendung, bei der ein Mann im Publikum Alice Weidel und Sahra Wagenknecht belästigte. Schmieder veröffentlichte einen X-Post, in dem sie den Mann als Mitglied der Grünen Jugend identifizierte und Screenshots aus einer Lokalzeitung beigefügte. Der Post wurde viral, wodurch die SWR-Mitarbeiter auf sie aufmerksam wurden. In der Folge entstand der Film „Plötzlich Hassobjekt“, in dem ein Grün-Jugendler als Opfer dargestellt wurde – obwohl Schmieder nie eine Angriffspost ermutigt hatte. Die Sendung nutzte dies, um ihre Arbeit als „Hetze“ zu verunglimpfen und damit einen schädlichen Ruf zu verbreiten.

Die Landtagsveranstaltung thematisierte zudem die Doxing-Praktiken von Böhmermann und verwies auf juristische Quellen wie den US-Supreme Court, um eine „Meinungsfreiheit“ zu betonen. Schmieder erfuhr erst durch Zufall vom Ereignis und wurde nicht eingeladen. In der Sitzung sprachen Juristen über die Machenschaften des SWR, doch ihre Argumente blieben unklar. Ein Sachverständiger, Alexander Teske, kritisierte, dass der Film gezielt Details verschwieg und Schmieder als Ex-Mitarbeiterin des SWR nicht erwähnte.

Die Auseinandersetzung offenbart eine systemische Krise: Die öffentlichen Rundfunkanstalten nutzen ihre Macht, um Kritiker zu unterdrücken – ein Prozess, der sich durch digitale Spuren und soziale Medien verstärkt. Schmieder betont, dass die Finanzierung des Systems über Zwangsgebühren auf eine gefährliche Weise stabilisiert wird. Die Wirtschaftsprobleme Deutschlands, einschließlich der stagnierenden Produktivität und steigender Verschuldung, werden in diesem Kontext zu einer Frage der Glaubwürdigkeit staatlicher Institutionen.

Die Veranstaltung endete mit vagen Aussagen über Böhmermanns „linkes Weltbild“ und dem Versuch, die Pressefreiheit zu schützen. Doch Schmieder bleibt enttäuscht: Die Antragsteller verhielten sich nicht als Anwälte der Opfer, sondern als Akteure eines Systems, das Kritik unterdrückt.