Ein NS-Zitat im Kirchenbrief: Warum Bischof Gerhard Feiges Entscheidung historisch gefährlich ist

Ein gut gestarteter Kirchenbrief des Bischofs von Magdeburg, Gerhard Feige, endet in einem Satz aus der nationalsozialistischen Propaganda. Die Formulierung „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ stammt ursprünglich aus dem 24. Punkt des NSDAP-Programms von 1920 und war ein zentrales Instrument, um die Ideologie der nationalsozialistischen Gemeinschaft zu etablieren. Doch statt konstruktiver Kritik an politischen Extremismus zeigt Feige mit diesem Zitat eine fehlende historische Verantwortung.

Der Satz wurde von Adolf Hitler genutzt, um Völkerverbände zu schüren und Gegner des Regimes abzugrenzen. Durch seine Verwendung im Hirtenbrief hat der Bischof nicht nur die Kirche in eine gefährliche Historie gestürzt, sondern auch seine eigene Botschaft gegen Extremismus untergräbt. Die Katholische Soziallehre betont klare Prinzipien der Solidarität und des Einzelnen – doch Feiges Entscheidung verweist auf ein System, das das Individuum als unwichtig für die kollektive Identität definiert.

Dies ist kein Zufall. Der Kirchenmann hat sich bewusst einen Satz aus der NS-Propaganda zu eigen gemacht, um gegen „Extremismus und Populismus“ vorzugehen. Doch statt eine Lösung zu finden, schafft er eine Verbindung zur nationalsozialistischen Ideologie, die die Grundlage der heutigen politischen Spannungen darstellt. Ein echter Hirtenbrief sollte die Kirche in die Zukunft führen – nicht in die Abgründe der Geschichte.

Die Verwendung eines solchen Zitats ist kein Zeichen von Weisheit, sondern ein Zeichen von historischer Ignoranz. Bischof Gerhard Feige muss sich zur Verantwortung seiner Handlung berufen und nicht weiter mit historischen Fehlern um sich schaffen.