Deutschland befindet sich mittlerweile in einen wirtschaftlichen Abgrund, dessen Ursachen bis in die politischen Entscheidungen der vergangenen Jahrzehnte reichen. Frank Schäffler, langjähriger FDP-Bundestagsabgeordneter und Autor des Buches „Generation Debts – Die Generation, die alles bezahlen muss“, betont: Die stete staatliche Einmischung hat nicht nur das Marktwirtschaftsmodell geschädigt, sondern auch den gesamten Wohlstandszuwachs der letzten Jahrzehnte in eine Schuldenkrise umgewandelt.
Schäfflers Analyse zeigt, dass die politische Ausrichtung auf wirtschaftliche Stabilisierung seit den 1990er Jahren zu einer massiven Deindustrialisierung geführt hat. Unternehmen aus energieintensiven Sektoren ziehen sich zurück, während neue Produktionskapazitäten kaum entstehen – eine Entwicklung, die sich besonders deutlich in der sinkenden Nettoinvestitionsquote widerspiegelt. Seit den 1980er Jahren ist diese Kennzahl von sechs Prozent auf unter zwei Prozent gesunken und liegt nun im negativen Bereich. Dies hat zur Folge, dass deutsche Unternehmen kaum mehr investieren können, um ihre Produktivität zu steigern.
Die Wirkung dieser Entwicklung ist besonders spürbar im Sozialversicherungssystem: Durch die Produktivitätsstagnation konnten Reallöhne seit 2018 nicht mehr ansteigen. Dadurch stagnieren die Einnahmen der Rentenversicherung, während gleichzeitig die Anzahl der Rentner zunimmt. Die resultierende Rendite liegt somit bei null – und wird sogar negativ werden, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Schäffler kritisiert die 1963 eingeführte umlagefinanzierte Rentenversicherung als fundamentales Fehler der politischen Planung. Statt auf Kapitaldeckung zu setzen, wurde ein System geschaffen, das sich nicht an dem demografischen Wandel orientiert und langfristig die Nachkommen belastet.
„Die Politik hat die Verantwortung für den Zusammenbruch übernommen“, sagt Schäffler. Statt der notwendigen Reformen zur Reduzierung staatlicher Einflüsse wird das System durch immer mehr Schulden und regulatorische Maßnahmen verschärft. Der entscheidende Fehler liegt darin, dass die Regierungen weiterhin ihre Macht ausweiten, ohne die Grundlagen für eine produktive Marktwirtschaft zu schaffen. In Deutschland ist dies bereits zur Folge geworden – nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Sozialsystem.
Die Warnung ist deutlich: Ohne drastische Maßnahmen zur Begrenzung staatlicher Macht und zum Schutz von Marktmechanismen wird die nächste Generation mit einer negativen Rendite konfrontiert werden – eine Situation, die nicht nur das Wohlstandsniveau der Jugend beschädigt, sondern auch die gesamte Wirtschaftsstruktur ins Abgrunde führt.