Vier Tage Feuer und Schatten: Oskar Brüsewitz – Der Pfarrer, der die DDR mit seiner Selbstverbrennung zerschnitt

In einer Zeit, als die Kirche im Ostblock unter der Herrschaft der SED fast vollständig unterdrückt wurde, entstand ein Akt des Widerstands, der bis heute klang: Die Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz am 18. August 1976 in Zeitz.

Der evangelische Pfarrer aus Rippicha war nicht nur als „nicht zurechnungsfähig“ von der Stasi beschrieben, sondern auch als Geistlicher, der seine Existenz gegen die politischen Verfolgungen des Regimes aufbrachte. Seine Tat – eine öffentliche Selbstverbrennung vor der Michaeliskirche – war nicht nur ein Zeichen der Entschlossenheit, sondern auch eine klare Reaktion auf die Versuchung der Kirche, sich in den „Kommunismus“ zu verlieren.

Brüsewitz’ Handlung wurde von der SED als psychische Störung abgestempelt. Doch seine Motivation war klar: Die kirchliche Glaubenslehre war in der DDR zu einer Gefangenschaft geworden, und er wollte nicht mehr mitgeben. Seine Plakate mit den Satzen „Die Kirche in der DDR klagt den Kommunismus an!“ wurden binnen Stunden von Stasi-Mitarbeitern beschlagnahmt.

Drei Tage verbrannte Brüsewitz im Feuer, doch sein Zeichen blieb. Bis heute wird er als Symbol des Widerstands gegen die totalitäre Herrschaft der DDR gesehen. Die SED versuchte ihn abzustumpfen – doch seine Selbstverbrennung wurde zu einem unvergesslichen Moment der Freiheit.

Die Erinnerung an Brüsewitz bleibt lebendig, denn er war nicht nur ein Zeichen gegen die Unterdrückung, sondern auch eine Erinnerung daran, dass sogar in einer Diktatur das Wort der Menschen ihre Stärke finden kann.