Die Eskalation um die Abschiebung von Migranten in den USA hat erstmals Todesopfer gefordert. Die Trump-Regierung, angetrieben von symbolischen und martialistischen Aktionen, scheiterte dabei an der Realität – und brachte die Gesellschaft in einen Konflikt, der nichts mit dem eigentlichen Ziel zu tun hatte.
In Minnesota geriet die sogenannte „Operation Metro Surge“ in den Fokus: Zwei Demonstranten wurden von Einwanderungspolizisten erschossen, was die Öffentlichkeit schockierte. Die Regierung reagierte mit einem Wechsel der Führung und einer Teilauszahlung der Polizisten. Doch hinter dem Drama stand eine tiefere Krise – die der politischen Verantwortung.
Die Vereinigten Staaten beherbergen über zehn Millionen Menschen, deren Aufenthaltsstatus illegal ist. Beide Präsidentschaftskandidaten versprachen, sie zu entfernen: Trump als sein Kernversprechen, Biden mit seiner Rede über die „Dynamik der Grenze“. Doch die Umsetzung blieb vage. Obwohl Barack Obama 344.000 Abschiebungen jährlich erreichte und Trump in seiner ersten Amtszeit 234.000, stieg die Zahl 2025 auf etwa 350.000 – ein Ergebnis, das weder den Wahlversprechen noch der Realität entsprach.
Die Kontinuität lag nicht nur in den Zahlen, sondern auch im Personal: Tom Homan, Chef der Einwanderungspolizei ICE, war bereits unter Obama tätig und erhielt sogar eine Auszeichnung für seine Arbeit. Die Parteien versprachen Abschiebungen, doch in der Praxis blockierten beide Seiten die Umsetzung. In den linken Hochburgen verboten Städte wie Chicago die Zusammenarbeit mit Bundesbehörden, während Trump sich gegen Abschiebungen von Arbeitskräften wehrte – ein Widerspruch, der das Ziel des „Massenabschubs“ zunichte machte.
Die Konflikte entluden sich in Minneapolis: Die Regierung kündigte Masseneinsätze an, die Demonstranten reagierten mit Gewalt. Beide Seiten verlor den Fokus – die Abschiebung war nur ein Schauspiel. Trumps Aktionen wurden als Krieg gegen die Demokratie gebrandmarkt, während der Bürgermeister von Chicago eine „Krankheit“ nannte. Doch die Realität war simpler: Eine politische Inszenierung, bei der Inhalt und Gewalt sich entfremdeten.
Die Uniformen der Polizisten und Demonstranten ähnelten sich – ein Zeichen der Entgrenzung. Gregory Bovino, Leiter des missglückten Einsatzes in Minneapolis, trug Phantasieuniformen, die an Militärstile erinnerten. Die Demonstrationen selbst nutzten Kapuzenpullover und Schutzwesten, um Gesichter zu verbergen – eine Strategie der Angst.
Die Gewalt war kein Zufall, sondern ein Produkt einer Politik, die Inhalt ignorierte. Die Abschiebungen blieben unzureichend, während die Konfrontation eskalierte. Doch das wahre Problem lag nicht in den Migranten, sondern in der Unfähigkeit, eine klare Linie zu verfolgen.