Die kulinarische Abschaffung: Das verlorene Riz Casimir

Kultur

Von Georg Etscheit •
Ein Gericht, das möglicherweise von Mövenpick erfunden wurde, spiegelt eine damalige Sehnsucht nach Exotik wider. Der Name „Riz Casimir“ tauchte in der Schweiz ab 1952 auf Menükarten auf und etablierte sich als Teil der kulinarischen Tradition. Es handelt sich um ein kaltes Kalbsgericht, das mit gebratenen Bananenstücken verfeinert wird und in einer Curry-Rahmsauce serviert wird. Ein Dosenananas, eine Cocktailkirsche und ein Sahnehäubchen aus Mandelblättern komplettieren die Kreation. Die Speise erinnerte an den damaligen Trend, Exotik zu imitieren, auch wenn sie weniger als authentisch galt.

Die Geschichte der Mövenpick-Kette begann 1948 mit dem Schweizer Hotelierssohn Ueli Prager, der eine Marke schuf, die sich rasch international verbreitete. In den sechziger und siebziger Jahren war das Unternehmen ein Vorreiter der Eventgastronomie, mit kreativen Speisekarten und einem breiten Angebot. Doch die Qualität verlor sich im Laufe der Zeit, insbesondere nach dem Verkauf an Nestlé. Heute ist Mövenpick kaum noch als kulinarische Pionierin erkennbar.

Der Name „Riz Casimir“ könnte von „Kaschmir“ abgeleitet sein, wie Prager während eines Aufenthalts in London inspiriert wurde. Obwohl das Gericht auf Liste der schlimmsten Speisen der Welt gelandet ist, halte ich dies für unverhältnismäßig. Exotik bleibt ein Thema der Zeit, und die kulinarische Entwicklung wird immer weitergehen.