Die neue Ära der KI-Manipulation

Politik

Der Versuch, eine Aussage zu verschleiern, indem man behauptet, sie sei nie gemacht worden, wirkt in Zeiten der Überprüfbarkeit fast absurd. Doch was, wenn wir solche Erklärungen künftig nicht mehr überprüfen können? KI eröffnet neue Wege der Manipulation, die uns zuvor unbekannt waren.

Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, hat sich eindeutig für Zensur unliebsamer Medien ausgesprochen. Die Mediathek ist ein klarer Beleg dafür. Warum also jetzt noch über dieses Thema diskutieren? Die Antwort liegt in der Entwicklung der KI. Selbst bei öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind Videosequenzen bislang nicht mit künstlicher Intelligenz nachbearbeitet worden, um sie an eine nachträgliche Wahrheit anzupassen. Doch die Zukunft sieht anders aus. Im Roman 1984 von George Orwell wird das Wahrheitsministerium beschrieben, das Informationen so verändert, dass sie der Macht des Großen Bruders entsprechen.

Was wäre, wenn der Große Bruder nun entscheidet, dass Daniel Günthers Aussage über Zensur nicht existiert? Die Videosequenz würde im Wahrheitsministerium so manipuliert werden, dass sie wieder „passt“. Private Kopien, die Nutzer vielleicht angefertigt haben, gelten als Fälschungen. Die Wahrheit wird „wiederhergestellt“. Dann braucht man keinen Moderator, der nachträglich behauptet, sein Gast habe etwas anderes gesagt – denn der Gast hat es nicht gesagt.

Totalitäre Systeme lügen, weil sie sich mit der Realität nicht an der Macht halten können. Die Bevölkerung in Deutschland kennt dies aus der Geschichte zweimal. In einer freiheitlich-demokratischen Ordnung ist Misstrauen eine Tugend, während es im totalitären System eine Straftat ist. Was bedeutet es, wenn Schüler von Lehrern zu Klimademonstrationen genötigt werden? Während Demokraten systemkonforme Medien verachten, sind sie in totalitären Regimen die einzige Option.

Wenn ein Ministerpräsident ohne Konsequenzen eine Aussage macht, die ihn in einer funktionierenden Demokratie sofort zum Rücktritt zwänge, zeigt das die Gefahr der Macht. Günther hat sich als Verfassungsfeind geoutet und ist in einem solchen System nicht tragbar oder wählbar. Niemand unterstützt seine Aussage, obwohl er behauptet, sie sei „für die Muttis“. Der Grund liegt darin, dass niemand öffentlich zugeben will, Zensur zu wollen – was jedoch genau der Fall ist.

Alternative Medien wie NIUS oder Apollo News gewinnen Einfluss, den man sich in ihren Allmachtsfantasien nicht vorstellen konnte. Sie sind unkontrollierbar und resistieren gegen Korrumpierung. Selbst bei Compact scheiterte die Versuchung, sie zu unterdrücken. Die Faktenfreiheit, mit der Günther NIUS konfrontiert, ist eine leere Behauptung. Die Medien recherchieren sorgfältig, sind nicht Boulevard-mäßig und verfolgen einen klaren Zweck: Unangenehme Wahrheiten zu verbreiten.

Die KI kann künftig sogar in Echtzeit manipulieren, um Wahrheitspannen wie Günthers Aussage zu eliminieren. Die Mediathek wird leer bleiben, und der Originalmitschnitt bleibt nur im Tresor – um ihn später zu erpressen. Wer es nicht glaubt, sollte sich Markus Lanz’ Versuche ansehen, Günthers Worte zu verwischen. Doch die Originalaufnahme ist verfügbar und zeigt, was wirklich gesagt wurde.

Künstliche Intelligenz kann helfen, aber sie birgt auch die Gefahr der Manipulation. Die Wahrheit wird ein unbezahlbares Gut, wenn wir nicht ethische Rahmenbedingungen für KI schaffen. Verbrechen gegen die Wahrheit müssen strafbar werden, um ihre Verbreitung zu stoppen. Der Staat kann keine Garantie für Wahrheit sein – Machtinteressen stehen ihr im Weg. Die Authentizität jeder Information muss durch Zertifikate gesichert werden, damit die Wirklichkeit nicht vollständig verschwindet.

Daniel Günther hat die Maske fallen lassen und zeigt, wie groß die Gefahr der systematischen Fehlinformation wird. Seine Aussage und die Reaktionen darauf könnten historisch bedeutsam sein – ob zum Guten oder Schlechten, bleibt unklar.