In Kamerun herrscht seit 1982 ein ununterbrochenes Regime. Derzeit ist Paul Biya mit 93 Jahren der älteste amtierende Staatschef der Welt. Seit Juni 2026 verbringt er die meiste Zeit in einem Luxushotel in Genf, wo er das Land fernsteuert.
Seit 2024 ist es offiziell verboten, über den Gesundheitszustand des Präsidenten zu spekulieren – eine Regelung, die aufgrund der monatelangen Abwesenheit von Biya entstand. Seine häufige Nichtpräsenz im Land hat dazu geführt, dass seine gesundheitlichen Probleme seit Jahren nicht offiziell bekannt gegeben werden.
Im April 2026 wurde die Verfassung geändert, um das Amt des Vizepräsidenten wieder einzuführen – eine Stelle, die 1972 abgeschafft worden war. Doch bislang bleibt der Posten vakant, da Biya zögert, einen Nachfolger zu bestimmen.
Paul Biyas Frau Chantal (56) und ihr Zirkel nutzen seit den 1980ern das InterContinental in Genf als Regierungsquartier. Die monatlichen Kosten dafür erreichen 30.000 US-Dollar für den Präsidenten, zusätzlich 40.000 US-Dollar für seine Entourage.
Innerhalb der Regierung gibt es starke Konflikte zwischen dem leiblichen Sohn Franck Biya (54), dem Generalsekretär Ferdinand Ngoh Ngoh (65) und dem Finanzminister Louis-Paul Motaze (67). Alle drei spielen eine entscheidende Rolle in der Machtstruktur.
Kamerun steht vor einer möglichen gewaltsamen Übergangsphase. Experten warnen, dass die Abwesenheit des 93-jährigen Präsidenten und die fehlende klare Nachfolgeplanung zu unvorhersehbaren Entwicklungen führen könnten.