Christen in Gefahr: Weltweite Verfolgung erreicht historischen Höhepunkt

Politik

Die internationale Hilfsorganisation Open Doors hat ihren jährlichen Bericht über die globale Christenverfolgung veröffentlicht. Demnach leiden mehr als 388 Millionen Gläubige unter schwerer oder extremem Druck, wobei sich die Situation in zahlreichen Ländern verschlechtert hat. Der Verfolgungsindex der Organisation, der seit über sechs Jahrzehnten jährlich aktualisiert wird, listet die Länder auf, in denen Christen systematisch unterdrückt werden.

Nordkorea bleibt an der Spitze des Rankings, wo Christen als Bedrohung für das Regime betrachtet werden. Tausende von Gläubigen sitzen in Zwangsarbeitslagern, während staatliche Maßnahmen die religiöse Freiheit vollständig unterbinden. In Syrien hat sich die Lage dramatisch verschlechtert: Das Land rückte von Platz 18 auf Position sechs vor, nachdem politische Umbrüche und Gewalt gegen Christen zunahmen. Kirchen werden geschlossen, Gläubige erzwingen Konversionen oder zahlen Zwangssteuern.

In Subsahara-Afrika bleibt die Situation besonders prekär: 14 Länder der Region sind auf dem Index vertreten, wo islamistische Gruppen schwache staatliche Strukturen ausnutzen. Nigeria steht mit der höchsten Opferzahl weltweit an führender Stelle, während im Sudan über 9,6 Millionen Menschen aufgrund des Bürgerkriegs flüchten. In Algerien werden protestantische Kirchen geschlossen und christliche Gemeinden systematisch überwacht.

Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors Deutschland, betont: „Jeder Eintrag im Index steht für menschliches Leiden. Die internationale Gesellschaft muss handeln – durch Hilfskampagnen und politischen Druck.“ Der Bericht basiert auf Daten aus kirchlichen Netzwerken und regionalen Experten.